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Thema: Gedanken zur Demokratie

  1. #1
    Desperado
    Neuer Benutzer

    Gedanken zur Demokratie

    Gedanken zur Demokratie

    Es ist demütigend, den müßigen Versuch zu unternehmen, sich und seine Meinung erklären und begründen zu wollen. Wozu? Weder die Gründe gehen jemanden etwas an noch die Beweggründe dafür, sie zu äußern. Nennt sich Meinungsfreiheit - und liegt ordentlich im Argen. Nach Trumps Wahlerfolg sagten seine Wähler: "Jetzt wird alles besser, weil wir wieder sagen können, was wir denken". Macht nachdenklich. Soweit haben sie es also gebracht, die großtönenden "Weltverbesserer", die alle zum Schweigen verdonnern, die anderer Meinung sind. Sprich einer, die ihnen nicht gefällt. Weil ihre Maßstäbe die Alleingültigen sind. Hat was Absolutistisches, keine Frage. Das kann doch nicht Sinn der Sache sein.

    Klar muss mir nicht jede Meinung gefallen. Dann sag ich entweder gar nichts dazu oder ein "da bin ich anderer Meinung", und der Käse ist gegessen. Wenn er sie hören will, kann ich sie ihm ja sagen, wenn nicht, dann eben nicht. Wo ist das Problem? Positionierungen und Parteiungen bestimmen das Klima. Wenn ich das schon höre. Wenn ich sage, dies und das kann ich nicht akzeptieren, dann ist das eben so. Ob's nun schmeckt oder nicht. Aber inzwischen sind wir soweit, dass einer nicht einmal mehr das darf, ohne dafür angefeindet zu werden oder in irgendeine Schublade gesteckt. Das ist nicht nur Nötigung zu einheitlicher Meinung, sondern auch das Verbot, eine abweichende überhaupt nur zu äußern. "Halt den Schnabel, das wollen wir nicht hören! Wir allein wissen, was richtig ist und gut!" So hab ich Demokratie eigentlich nie verstanden. Das geht schon eher in die entgegengesetzte Richtung.

    Und das ist überall so, wenn ich mich umschaue. Das darf man denken und das nicht. Was für ein schriller Wahnsinn! Die Gedanken sind frei? Nur so lange du sie für dich behältst. Das wird noch fürchterlich ins Auge gehen, nicht nur in den USA. Erfahrungsgemäß schwappt Alles verzögert zu uns rüber, was Big Brother uns vormacht, und es ist schon jetzt zu beobachten: "Ich sage das, weil das meine Meinung ist, und die lass ich mir von Niemandem verbieten!" Tja nu, die Leute haben Recht. Wo sie Recht haben, haben sie Recht. Und je lauter der empörte Aufschrei der "Bessermenschen" ist, desto grimmiger werden sie drauf pochen. Und dafür sorgen, dass Leute an die Macht kommen, unter denen sie wieder alles unerwünscht unliebsam "Inkorrekte" offen sagen dürfen, ohne dafür gebrandmarkt zu werden und geächtet, von den konventionell Denkenden mit Hasstiraden niedergeschrien und per Maulkorb zum Schweigen gebracht. Welcher Begriff umschreibt eine solche Stimmungslage? Eigentlich ist das Aufbäumen dagegen eine durchaus positive und richtige Entwicklung. Demokratisch eben.

    Ich halte Trump für einen gefährlichen Mann, aber als er in seiner Antrittsrede das politische Establishment gnadenlos niedergemacht hat, war er mir fast sympathisch. Hätte von einem Arbeiterführer sein können. Ist er natürlich nicht, aber einfach nur das, was er dazu gesagt hat und wie, das fand ich herrlich: "Ihr dekadenten Lackaffen und Halbgötter habt doch jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren in eurem Olymp und schert euch einen feuchten Dreck um die Leute". Nun, wie gesagt, wo er Recht hat, hat er Recht. Das amerikanische Volk ist zwiegesichtig wie Jedes, aber wenn es unter Trump denn wirklich wenigstens einen Teil seiner Mitbestimmung zurückbekommt, war's die Sache wert. Bei uns kann man schon lange nicht mehr davon sprechen, da wird über die Köpfe der Leute hinwegregiert auf Teufel komm raus und hinterher werden in harmonischer Eintracht die Fortschritte und Erfolge bejubelt. Was für welche denn und für wen bitte schön? Für mich jedenfalls mal mit Sicherheit nicht. Und mit dieser nüchternen Erkenntnis bin ich beileibe nicht allein. Der Parlamentarismus der sogenannten Volksparteien hat sich selbst in eine gewaltige Krise manövriert, die ihn mehr und mehr zum direkten Gegner des Volkes hat werden lassen. Zu seinem Feind. Gefährliche Entwicklung. Absolut.

    Macht einem Angst, und diese ist ja auch überall zu spüren. Offene Aggression infolge kompeniserter, unterschwellig mächtiger Angst. Wovor eigentlich? Davor, dass wirklich mal das Volk an die Macht kommen könnte? Ich hätte nichts dagegen, Demokratie bedeutet doch eigentlich Herrschaft des Volkes. Die sogenannten Mehrheiten sind doch längst zur Farce geworden, wenn man die Zahl der Nichtwähler dagegenstellt. Immer mehr Leute verprechen sich von gar keiner Partei mehr etwas, grundsätzlich nicht, ihre Nichtwahl kommt einer Abwahl von allen gleich. Aber das reden wir schön, die Nichtwähler haben eben kein Interesse, kein Verantwortungsgefühl und kein politisches Bewusstsein. Denen ist alles gleichgültig. Pustekuchen! Einem gewissen Prozentsatz davon vielleicht, aber bei Weitem nicht allen. Slow Train Coming. Da kommt was auf uns zu. Vielleicht sogar was Gutes? We need a break, das steht außer Frage.

    So kann und darf es nicht weitergehen.

  2. #2
    Fabian
    Administrator Avatar von Fabian
    Könntest du mal ein konkretes Beispiel nennen? Demokratie ist nicht perfekt, aber die Alternativen funktionieren nicht besser. Und ich finde, dass die Demokratie in Deutschland noch vergleichsweise gut funktioniert. Wer so unzufrieden ist, wie du es scheinst, der kann sich doch jederzeit innerhalb einer Partei entsprechend engagieren.

    Also so ganz nachvollziehen kann ich die Kritik nicht, aber vielleicht funktioniert das besser wenn du noch ein Beispiel nachreichst

  3. #3
    Thomas
    Mitglied
    Ich kann Fabian nur zustimmen. Keine Staatsform ist in allen Punkten und vor allem für jeden Menschen perfekt. Das kann es einfach nicht geben, denn dafür haben Menschen viel zu verschiedene Ansprüche. Aber die Demokratie ist meines Erachtens nach die fairste und beste Staatsform. Ich kann ehrlich sagen, dass ich zurzeit mit Deutschland vollkommen zufrieden bin und mir nicht vorstellen könnte, woanders zu leben

  4. #4
    Desperado
    Neuer Benutzer
    Hallo Thomas und Fabian, danke für Eure Zuschriften!

    Unzufrieden? Nachdenklich trifft es besser. Ein Beispiel? Sogar ein brandaktuelles!

    Vielleicht sollte ich mir wirklich die Mühe machen, meinen ganz persönlichen Standpunkt zur aktuellen Problematik im eigenen Land überhaupt einmal zu finden, nur wozu und warum? In einer Demokratie bestimmt die Mehrheit, wo's lang geht, die absolute sowieso. In einer Umfrage vom Oktober letzten Jahres bekannten sich siebenundfünfzig Prozent der deutschen Bevölkerung gegen den Islam, in welcher Gestalt und Ausprägung auch immer. Das war vor Berlin, eine Weitere hat es wohl aus gutem Grund nicht gegeben, die Zahl dürfte sprunghaft angestiegen sein. Eines Tages wird sich dieser kontinuierlich anwachsende Unwillen Durchbruch verschaffen, je länger totgeschwiegen, desto wuchtiger. Dann wird es zu spät für eine homogene Lösung sein.

    Der Islam erfüllt definitv nicht die Kriterien, Religionsfreiheit für sich in Anspruch nehmen zu können, allein der Koran könnte problemlos als hochgradig verfassungsfeindliche Hetzschrift auf den Index gesetzt werden. Die Leute registrieren wenig bis kaum vorhandene Integrationsbereitschaft, machen sich schlau, lesen die Bücher muslimischer(!) Islamkritiker und erwarten klare Kante von ihren gewählten Vertreten, auch bezüglich der Anachronismen islamischer Kultur, die inkompatibel sind mit einer aufgeklärt säkularisierten und gleichberechtigten Gesellschaft und keineswegs zu Unrecht als Affront gedeutet werden. Holland hat sein Schleierverbot, Österreich seine Islamgesetze.

    Wenn ich stattdessen Stimmung machen wollte gegen unterschiedslos alle Muslime, würde ich ausdauernde Propaganda betreiben für die Verbreitung der islamischen Weltreligion im eigenen Land und auf die Religionsfreiheit pochen dabei, den Religionsterror in den von ihrer Ideologie beherrschten Ländern und Staaten entsprechend verharmlosen und relativieren, die strikte Trennung von Islam und Islamismus zum Dogma erklären und die gegenteiligen Beweise im Koran ignorieren oder einfach totschweigen, den erklärten Dschihad mit unermüdlicher Ignoranz als Terrorismus missdeuten und abschwächen, als Volkssprecher öffentlich verkünden, dass der Islam "zu Deutschland gehört", die mittelalterlichen Parallelgesellschaften im Lande als faszinierende Bereicherung kultureller Vielfalt proklamieren und bejubeln, Stadt und Land mit Moscheen überziehen, in den Schulen die Kreuze verbieten und islamischen Religionsunterricht einführen, als Parteivorsitzende(r) mit Kopftuch an islamischen Hochfesten teilnehmen, die muslimischen Frauen für ihr vermummtes Haupthaar bewundern als selbstbewusste Bekennerinnen ihrer toleranzfreien Religion und dieses ihr Recht per Gerichtsurteil durchsetzen, den Antrag auf ein Verbot der Burka abschmettern, das Schächtungsverbot aufheben, die terroristische Vereinigung der Salafisten schalten und walten lassen unter dem Vorwand der "Meinungs"freiheit, über fünfhundert Gefährder frei herumlaufen lassen und die nötige Gesetzesnovelle für ihre Abschiebehaft samt baldmöglichster Abschiebung blockieren, die Islamkritiker als Populisten diffamieren und als ultrarechte Hetzer, die bekennenden Islamgegner zu "intoleranten" Feinden der freiheitlich pluralistischen Demokratie erklären, das Land ohne Rücksprache mit den übrigen EU Staaten mit Flüchtlingen überfluten bis weit über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus und unter massiver Gefährdung der inneren Sicherheit, mit einem fundamentalistisch islamischen Diktator einen verhängnisvollen Pakt schließen, seine faschistischen Anhänger im Lande gegen seine Gegner wüten lassen nach Belieben, die überforderten Polizeikräfte auf ein ohnmächtiges Minimum zusammenstreichen und mittels empörend gegenwirkender Rechtsprechung zur lächerlich peinlichen Ohnmacht verurteilen usw. usf. etc. pp., mich zurücklehnen und in aller Ruhe auf den nächsten islamistischen Terroranschlag warten. Das Pogrom wäre so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Die Vereinnahmung des brennenden und nicht ansatzweise gelösten Problems durch rechtspopulistische Kräfte und Parteien stellt eine zusätzliche Bedrohung der freiheitlichen Demokratien dar. Viele Leute geben ihnen ihre Stimme, weil sie schlicht keine Alternative finden, ihrem Protest gegen die fortschreitende Islamisierung Europas Gewicht zu verleihen. Von der auch die aufgeklärten und säkularisierten Muslime bedroht sind, die das Grundgesetz über die Scharia stellen und jede Gewalt ablehnen, als "Abtrünnige" und vom "einzig wahren Glauben Abgefallene" sogar besonders. Eine absolutistisch totalitäre und fraglos faschistoide Religionsideologie darf sich nicht nur ungehindert in unserer Gesellschaft verankern, ihre Verbreitung wird sogar nach besten Kräften gefördert. Gegen den Willen des weitaus überwiegenden Großteils der Bevölkerung, der Islam wird ihm regelrecht aufs Auge gedrückt.

    Hat eine Regierung das Recht, die absolute Mehrheit der "Regierten" zu ignorieren? Hat sie nicht. Sie ist nicht nur zu berücksichtigen, sondern unverzüglich umzusetzen. Schrittweise und selbstverständlich im Rahmen der Gesetze. Setzt sich die Regierung aber darüber hinweg, wie es die unsere mit unverhohlener Penetranz tut, erfüllt sie ihren Auftrag nicht und ist auf alle Fälle nicht mehr wählbar, weil illegitim. Dem erklärten Willen des Volkes entgegenstehend. Dessen vorwiegend ignorante Minderheit nun mag im Dreieck springen und an die Decke gehen, wie sie's zweifellos tut, oder es lassen - es wird nichts ändern. Warum also sollte ich mich herumplagen mit einem Spiel, dessen Würfel bereits gefallen sind? Bin ich einfach nur ein schlechter Verlierer? Genau so kommt's mir vor, mir begegnet die Wut schlechter Verlierer. Die noch nicht einmal begriffen zu haben scheinen, dass sie verloren haben.

    Sicher, ist suboptimal, dieses generelle Nein, auch ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht. Aber ich bin imstande, den Willen der Mehrheit zu akzeptieren. Es gibt auch keine Veranlassung für die Leute, diesen zu begründen, erst recht nicht zu verteidigen. Sie wollen es so und haben ihre Gründe, sonst würden sie's ja nicht wollen. Was ich will, steht da nicht mehr zu Debatte. Spielt keine Rolle, auch wenn ich Kanzlerin bin.

    So funktioniert Demokratie. Zur Zeit haben wir definitiv keine. Aber das kann sich ändern. Und wird es auch. Fragt sich nur wie...
    Geändert von Desperado (14.02.2017 um 12:05 Uhr) Grund: Erweiterung

  5. #5
    Fabian
    Administrator Avatar von Fabian
    Was würdest du denn konkret ändern wollen, wenn du könntest? Engagierst du dich politisch, um deiner Meinung Gewicht zu verleihen?

  6. #6
    Desperado
    Neuer Benutzer
    Ich schreibe Gedichte...

    Weit voraus

    Die Nacht erwacht mit ihrem großen Schweigen,
    ist auch der große Mond in Wolkenwand verborgen,
    sind auch verstummt des Minnesängers weinend Geigen,
    verschluckt sie doch der Menschheit Wahn und ihre Sorgen.

    Ich lass mir keine Bröselkrume Erdreich rauben
    von diesem Boden, den ich mir mit Blut erstritten,
    das Lied der Freiheit trübt mir nicht ein eingeschleppter Glauben,
    noch scheren mich die strengen Riten seiner fremden Sitten.

    Der da kommt angeschlichen aus den Schatten der Vergangenheit,
    die weit und weiter und für immer hinter mir gelassen
    ich habe schon vor so unendlich langer, tief hinab gesunkner Zeit,
    ihr Blick nach vorne kann noch nicht einmal mein Gestern fassen.

    Weit ist des Himmels Wölbung über mich gespannt,
    der Raum, den ich erfülle, ist von mir geschaffen,
    im Traum sah ich ein unerreichtes fernes Land,
    so licht am Horizont, geformt von meines Geistes Waffen.

  7. #7
    FrankDaw
    Neuer Benutzer
    Werte Herren,Meine Gedanken schweifen zur Fastenzeit um meine Jugenliebe Margarete Tatscher unred.: Margret Thatcher.Zu schade, dass GOTT sie so frh zu sich holte.Sinnierend,Adam Joch


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