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Thema: Darf PR lügen?

  1. #1
    Fabian
    Administrator Avatar von Fabian

    Darf PR lügen?

    „Zentrale Normen und Zielwerte, zu denen sich PR- und Kommunikationsfachleute verpflichten, sind Transparenz, Integrität, Fairness, Wahrhaftigkeit, Loyalität und Professionalität.“, so der deutsche Kommunikationskodex des DRPR. Demzufolge wäre es der PR nicht gestattet, unehrlich zu arbeiten. PR Berater Klaus Kocks meint aber, seinesgleichen würde „das Blaue vom Himmel herunterlügen“.


    Ist die PR-Branche tatsächlich so verlogen, wie Kocks behauptet? Immer wieder taucht hier und da ein PR-Skandal in den Medien auf. Wenn PR aber einen Skandal auslöst und somit nach hinten losgeht, ist es in der Schlussfolgerung natürlich automatisch schlechte PR (wenn das Ziel bspw. die Reputationssteigerung war). Auch wenn Kocks behauptet, nur „grenzwertige Sachen“ wären wirklich gut. Sein Verständnis von PR entspricht nicht der heutigen Funktionsweise: Nur Transparenz und Wahrhaftigkeit führen langfristig zum dauerhaften Erfolg. Anderenfalls besteht immer die Möglichkeit, dass ein Shitstorm und somit nur schwer wiedergutmachbarer Reputationsschaden entsteht. Kocks Beispiel anhand eines fiktiven PR-Mannes der von Opel zu Ford wechselt belegt sein falsches Bild von PR: Er sagt selbst, der Mann sei bezahlt worden um die Autos der entsprechenden Unternehmen „hochzujubeln“. Dies ist aber schlicht gar nicht die Aufgabe der PR. Kein guter Journalist würde einen Artikel über eine Pressemitteilung verfassen, die vor Selbstlob nur so stinkt. Gute PR möchte professionell informieren, nicht angeben.

    Die Öffentlichkeit und vor allem Journalisten stehen, nicht zuletzt dank Menschen wie Kocks, der PR sehr kritisch gegenüber. Es muss daher die Aufgabe der PR sein, die Kritiker zu überzeugen. Das wird aber lediglich im Expliziten und nicht im Allgemeinen gelingen, weil es immer schwarze Schafe geben wird. Nichtsdestotrotz kann die Distanz zwischen Publikum und Akteur aber auch für eigene Zwecke genutzt werden: Wenn seitens eines Journalisten Zweifel an der Richtigkeit einer Sache besteht, und sich diese dann aber doch als richtig erweist, ist der Effekt womöglich größer, als wenn er sich der PR von Anfang an ohne gesunde Distanz nähern würde. In einer Branche, in der grundsätzlich immer Zweifel an den Erzeugnissen der PR besteht ist es daher umso wichtiger, sich einen Namen zu machen. Aber selbstverständlich nicht so, wie Kocks das tut.

    In dem Interview gegenüber dem Spiegel stellt Kocks sich gleichzeitig als kaufbar und redlich dar – wie passt das zusammen? Gar nicht, richtig. Seine Selbstinszenierung weiß das aber geschickt zu verdecken. Eines muss man ihm aber lassen: Das Interview im Spiegel belegt ironischerweise einige seiner Aussagen allein durch die Tatsache, dass es veröffentlicht wurde. Kocks kommt mit einer umstrittenen These wie „PR-Berater lügen“ daher, nur um sich selbst zu inszenieren und letztendlich auch zu verkaufen: „Der käufliche Intellektuelle. (…) Brain to hire“. Ja, er betreibt PR für sich selbst während er gegen die PR an sich wettert, indem er genau das sagt, was der Stammtisch hören möchte, absurder könnten die Umstände wohl kaum sein. Also darf PR doch lügen? Nein, das ist unter Einhaltung des Kommunikationskodexes nicht gestattet. Machen manche es trotzdem? Natürlich, aber diejenigen werden früher oder später Probleme bekommen. Meistens nicht durch die DRPR oder ähnliche Organisationen, sondern einfach durch die Konsequenzen ihrer schlechten PR.

    Ein Blick in den deutschen Kommunikationskodex offenbart zudem schnell, weshalb der selbsternannte Intellektuelle aus der DRPR geflogen ist, auch wenn der ursprüngliche Grund ein anderer war. Mit dem Interview verstößt er vor allem gegen die zwölfte Richtlinie des ethischen Kodizes: „PR- und Kommunikationsfachleute verhalten sich gleichermaßen loyal gegenüber ihrem Berufsstand.“

    Quellen: (1) http://www.kommunikationskodex.de/wp...tionskodex.pdf, (2) PR-Querkopf Kocks: "Lügner reden immer nur von Notlügen" - SPIEGEL ONLINE

  2. #2
    Fischy
    Mitglied
    Machen sie doch einfach...Da kann man glaube ich nicht viel machen. Ich meine es gibt sogar Seiten, wo Jeder hinschreiben kann was er will.
    Sowas meine ich https://www.presseportal.de/nr/127832 . Kennt ihr sowas?

  3. #3
    praktinet
    Neuer Benutzer
    Die Aufgabe von PR ist es ein Unternehmen gut dastehen zu lassen, das Image zu bewahren. Deshalb ist PR immer im Zwiespalt zwischen Lüge (Image wahren) und Wahrheit (schlechter Ruf). Aus dieser Sicht heraus ist es (leider) verständlich, wieso PR so oft nicht die Wahrheit sagt..

  4. #4
    Fabian
    Administrator Avatar von Fabian
    Diese schwarz-weiß Mentalität ist lange überholt.


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